illegale Datenspeicherung bei den ÖBB - Fehler eingestanden
Der vormalige ÖBB-Personalchef Franz Nigl hat diesbezüglich Fehler eingestanden, das Vorgehen des Konzerns aber unter einem auch verteidigt. Man habe die durchschnittlichen Krankenstandstage pro Mitarbeiter von 27 (schwache vier Wochen) auf 17 reduzieren können.
Betriebsrat seit Mai 2008 informiert
ÖBB-Betriebsratschef Wilhelm Haberzettl bestätigte am 17.09.2009, dass er in Zusammenhang mit dem Anlegen der Daten bereits im Mai 2008 "alles" über die rechtswidrigen Praktiken gewusst hatte. Der grüne Abgeordnete Karl Öllinger berichtete sogar, dass die Betriebsratsspitzen seit 2006 informiert gewesen seien. Haberzettel verteidigt sein Tun bzw "Nichtstun" seit dieser Zeit damit, dass er darauf vertraut hätte, dass das Management das Verhalten einstellt. Eine rühmliche Position sieht anders aus. Glaubwürdige Arbeitnehmervertretung auch.
Krankenstandstage ÖBB
Die vom Bahn-Personalchef genannten Zahlen sind einen Vergleich mit den nicht bei der ÖBB beschäftigten Erwerbstätigkeiten wert. Bei diesen fielen nach Angaben der Statistik Austria im Jahr 2008 im Schnitt 11,9 (gute zwei Wochen) Krankenstandstage an. Der Standard berichtete am 17.09.09 gar von einem üblichen "Krankenstandsjahr", das vor einer Frühpensionierung üblich war. 2007 hat sich der Rechnungshof mit Pensionierungen bei den ÖBB auseinander gesetzt. Zwischen 2003 und 2006 lag das Pensionsalter im Durchschnitt (!) bei 52,45 Jahren. Frühpensionierungen mit 47 Jahren waren kein Einzelfall.
ÖBB-ler gingen damit 13 Jahre ( ! ) früher als vorgesehen in Pension und gearbeitet wurde durch die hohen Krankstandszeiten auch nicht sonderlich viel. Gezahlt hat das freilich der Steuerzahl. Wir ! Nigl spricht von 100 Mio EUR. Freilich rechtfertigt das keinen Rechtsbruch, eröffnet aber die Frage, mit welchem Recht andere Österreicherinnen und Österreicher sich abrackern und eine kleine privilegierte Gruppe finanzieren. Das ist letztlich der zweite Skandal in dieser unrühmlichen Geschichte ...